Investitionen und Jobs: Aufschwung in Cottbus und Umgebung.
In den vergangenen fünf Jahren hat die Lausitz bemerkenswerte Entwicklungen erlebt. Nach Aussage des Lausitz-Beauftragten Klaus Freytag wurden bereits mehr neue Arbeitsplätze geschaffen, als durch den Kohleabbau weggefallen sind. Für die brandenburgische Lausitz stehen bis 2038 circa 10,3 Milliarden Euro an Bundesmitteln zur Verfügung – 8,7 Milliarden davon sind bereits verplant.
Cottbus profitiert besonders: In den kommenden Jahren fließen über 5 Milliarden Euro in Projekte vom Universitätsklinikum bis zum modernsten Bahnwerk Europas. Schätzungen zufolge entstehen allein in Cottbus rund 7.000 neue Arbeitsplätze. Makler berichten von erhöhtem Interesse von Familien und Fachkräften; die Kaufpreise sind in den letzten Jahren bereits gestiegen, Experten erwarten weiteren moderaten Anstieg.
Auch kleinere Städte ziehen mit: In Forst (Lausitz) legten die Wohnungspreise zuletzt um gut +2,3 % auf rund 2.220 €/m² zu, Häuser verteuerten sich um +5 % im Jahresvergleich. Die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße – rund um Senftenberg, Schwarze Pumpe und Spremberg – erhalten Strukturfördermittel und neue Infrastruktur. Der Nordwesten profitiert zusätzlich vom Berliner Speckgürtel: Dahme-Spreewald verzeichnet Zuzug aus der Hauptstadtregion. Und in Senftenberg fand 2025 ein Wasserstoff-Forum statt – mehrere Wasserstoff-Unternehmen der brandenburgischen Lausitz sind auf Wachstumskurs.
Die andere Seite: Leerstand in der Oberlausitz.
Während in Cottbus Aufbruchsstimmung herrscht, stehen Teile der sächsischen Oberlausitz – um Görlitz, Bautzen, Hoyerswerda und Weißwasser – weiter vor demografischen Herausforderungen. Seit 1990 hat die Bevölkerung stark abgenommen; viele junge Menschen wanderten ab, was zu massivem Wohnungsleerstand führte.
- Allein in Hoyerswerda stehen aktuell rund 750 Wohnungen leer – trotz umfangreicher Abrissprogramme; ganze Plattenbau-Siedlungen verschwanden seit 1990.
- Der Kreis Bautzen meldet rund 13.000 leerstehende Wohnungen – während paradoxerweise etwa 1.200 Wohnungen (v.a. modernisierte, barrierearme Objekte) für den tatsächlichen Bedarf fehlen.
- Prognosen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung sagen bis 2038 einen weiteren Bevölkerungsrückgang im Lausitzer Revier voraus – falls nicht genügend neue Perspektiven entstehen.
Die Folgen für den Markt sind zwiespältig: Einerseits bleiben Mieten und Kaufpreise vielerorts günstig – verlockend für Käufer, aber Ausdruck wirtschaftlicher Schwäche. Andererseits gibt es punktuell klare Aufwärtstendenzen: In Görlitz beobachten Makler wachsendes Interesse externer Investoren an historischen Altbauten. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Einfamilienhäuser stieg binnen eines Jahres um etwa +9 % auf rund 2.040 €; Eigentumswohnungen kosten mit im Schnitt 1.100 €/m² zwar nur einen Bruchteil der Dresdner Preise, doch die Werte stabilisieren sich nach Jahren des Preisverfalls.
Strukturwandel als Chance für den Wohnungsmarkt.
Ob die Preise künftig steigen oder stagnieren, hängt am Erfolg des Wandels. Das BBSR bringt es auf den Punkt: Der Erfolg des Strukturwandels wird maßgeblich bestimmen, ob die Reviere bis 2038 schrumpfen oder stabil bleiben. Erste Anzeichen stimmen optimistisch:
- Cottbus entwickelt sich zur „Klimaschutz-Modellstadt" mit Forschungszentren, neuen Straßenbahnen (seit 2025) und wachsender BTU.
- Aus ehemaligen Tagebauen werden Freizeitoasen: der entstehende Cottbuser Ostsee, der Berzdorfer See bei Görlitz, das gesamte Lausitzer Seenland – Anziehungspunkte für Touristen, Wassersportler und Ferienimmobilien.
- Im Kreis Görlitz startete 2025 eine Taskforce das Leerstands-Management: Verlassene Wohnhäuser und Industriebrachen werden neuen Nutzungen zugeführt, Gemeinden setzen auf Zwischennutzung und „Raumpioniere", die günstig alte Bausubstanz sanieren.
Ausblick: regionale Differenzierung.
In prosperierenden Teilregionen wie Cottbus und Umgebung dürften Preise und Mieten moderat weiter steigen – sofern Großprojekte wie Bahnwerk und Uniklinik planmäßig realisiert werden und neue Bewohner anziehen. Wohnraum wird hier zur begehrten Ressource. In strukturschwächeren Städten wie Hoyerswerda, Weißwasser oder Forst bleibt Wohnraum vorerst im Überfluss vorhanden, was die Preise deckelt – doch auch diese Orte erhalten durch Forschung (z.B. das Innovationszentrum Schwarzheide) und Stadtumbau-Programme neue Perspektiven.
Die Weichen werden jetzt gestellt. Wer in der wachsenden Region Cottbus verkauft, trifft auf so viel Nachfrage wie lange nicht. Wer im ländlichen Raum verkauft, braucht realistische Preise und gezielte Käuferansprache. Beides beginnt mit einer fundierten Wertermittlung – kostenfrei bei uns.
Fest steht: Gelingt der wirtschaftliche Umbau, könnte die Lausitz 2038 nicht nur ein erfolgreicher Energiestandort sein, sondern auch ein attraktiver Wohnstandort mit stabilen Einwohnerzahlen und lebendigen Städten – davon profitieren Mieter, Käufer und Eigentümer gleichermaßen.