Marktanalyse · Cottbus & Lausitz · Januar 2026 · 9 Min. Lesezeit

Immobilienmarkt Cottbus & Lausitz – das Update 2026.

Der Jahresbeginn 2026 bringt frischen Wind auf den Immobilienmarkt in Cottbus und den umliegenden Regionen Spree-Neiße, Forst, Spremberg und Drebkau. Die Lage ist gemischt: In der Stadt bleibt die Nachfrage hoch, das Umland wartet noch mit vergleichsweise günstigen Preisen auf. Preise, Treiber und konkrete Tipps – kompakt zusammengefasst.

Kaufpreise: Cottbus zieht wieder an, das Umland bleibt günstig.

Cottbuser Immobilien verteuern sich wieder leicht: Zum Dezember 2025 lag der durchschnittliche Kaufpreis in Cottbus bei rund 2.220 € pro Quadratmeter. Eigentumswohnungen kosten im Schnitt etwa 2.178 €/m², Häuser ca. 2.413 €/m² – mit Spitzenwerten über 4.000 € in Top-Lagen. Damit sind die Preise 2025 erneut gestiegen (Wohnungen +4,9 % gegenüber dem Vorjahr), nachdem sich der Markt 2023/24 kurzzeitig abgekühlt hatte. Die Talfahrt scheint beendet – die Marktdaten deuten auf eine Stabilisierung mit moderatem Aufwärtstrend.

Im Landkreis Spree-Neiße und den Kleinstädten der Lausitz bleibt Wohneigentum deutlich erschwinglicher: Die Preise liegen teils 40–60 % unter dem Brandenburg-Schnitt. Wohnungen kosteten 2025 durchschnittlich nur etwa 1.562 €/m² – sogar 11 % weniger als im Vorjahr. Häuser standen bei rund 1.987 €/m² und legten um +13 % zu – Eigenheime auf dem Land bleiben gefragt. Zum Vergleich: In Forst (Lausitz) beträgt der mittlere Quadratmeterpreis nur ca. 1.224 €, in Drebkau etwa 1.439 €. Für Hauskäufer mit begrenztem Budget eröffnen sich hier echte Chancen.

Mieten: fast so dynamisch wie in Berlin

Cottbus gilt im Bundesvergleich weiter als günstig – doch die Mieten steigen bei Neuvermietung inzwischen rasant. Der Mietspiegel 2025 weist im Durchschnitt etwa 7,43 € Kaltmiete pro m² aus: In einfachen Lagen zahlt man um 5,90 €/m², in den beliebtesten Wohngegenden durchschnittlich 9,79 €/m². Binnen eines Jahres sind die Angebotsmieten in guten Lagen um über +13 % gestiegen; für große, moderne Wohnungen werden Spitzenpreise jenseits der 10 €/m² aufgerufen.

Strukturwandel: die Treiber der Nachfrage.

Fünf Jahre nach Beginn des staatlich geförderten Strukturwandels sind zahlreiche Zukunftsprojekte in der Umsetzung – und Cottbus profitiert als „Lausitzmetropole" besonders:

  • Neue Arbeitgeber und Infrastruktur: Seit 2022 entsteht in Cottbus ein hochmodernes ICE-Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn mit rund 1.200 neuen Arbeitsplätzen. Auch der Verkehrslandeplatz Cottbus/Neuhausen wurde 2025 ausgebaut und eröffnet.
  • Wissenschaft und Bildung: Die BTU Cottbus–Senftenberg erweitert ihr Studienangebot stark. Ab Wintersemester 2026/27 startet die Medizinische Universität Lausitz – bereits ab 2026 mit 200 Medizinstudierenden pro Semester, perspektivisch entstehen rund 1.300 Arbeitsplätze durch die Uniklinik.
  • Freizeit und Lebensqualität: Der Cottbuser Ostsee – Deutschlands größter künstlicher See – hat Ende 2024 seinen Zielwasserstand erreicht. Im Wohnpark „Binnendüne" bei Merzdorf, nur 500 m vom Ufer, entsteht ein neues Quartier; der Bodenrichtwert wurde Anfang 2025 auf rund 200 €/m² festgesetzt – deutlich über dem stadttypischen Wert von Ø 130 €/m².
Neubau kommt in Bewegung

Cottbus plant im Quartier „Stadtfeld" rund 1.100 Wohnungen; 2025 erfolgte der Spatenstich für 150 neue Wohnungen an der Briesmannstraße. Mehr Angebot bedeutet für Käufer und Mieter mehr Auswahl – für Bestandsverkäufer steigt der Anspruch an Präsentation und Preisstrategie.

Stadt vs. Umland – zwei Geschwindigkeiten.

Nachfrage und Angebot: In Cottbus-Stadt ist Wohnraum knapp – Wohnungen in zentralen Lagen oder Uninähe sind heiß begehrt, steigende Einwohnerzahlen durch Studierende und Fachkräfte verschärfen den Wettbewerb. Im Umland stehen dagegen noch zahlreiche Objekte leer; Forst verfügt über freie Mietwohnungen zu günstigen Konditionen, und Guben wirbt mit „Mieten auf Probe"-Aktionen um Zuzügler.

Preisgefälle: Ein Einfamilienhaus mit Garten in Spremberg oder Drebkau kostet oft so viel wie eine kleine Stadtwohnung in Cottbus. Während zentrale Cottbuser Lagen teils über 2.500 €/m² erreichen, findet man in Spremberg, Forst & Co. viele Objekte im Bereich 1.200–1.600 €/m². Verkäufer im Umland müssen dafür längere Vermarktungszeiten einkalkulieren.

Mietmarkt: In Cottbus ziehen die Mieten an, in kleineren Orten bleibt der Mietzins niedrig – teils deutlich unter 5 €/m² kalt in Altbauten. Vermieter im Umland erzielen ohne Modernisierung nur moderate Mieten; Mieter mit schmalem Budget profitieren.

Tipps für Käufer, Verkäufer, Vermieter und Mieter.

Für Kaufinteressenten

Die Bauzinsen liegen Anfang 2026 mit ca. 3,5 % zwar höher als vor 2022, sind vom Zwischenhoch über 4 % aber wieder leicht gesunken. Sichern Sie sich früh ein Finanzierungsangebot – Banken prüfen weiterhin streng. Wer in Cottbus nichts Passendes findet, sollte ins Umland schauen: Ältere Bestandsimmobilien mit Renovierungsbedarf werden mit etwas Eigenleistung zum Schnäppchen. Bei Wohnungen in der Stadt zählen Lage und Energieeffizienz – diese Faktoren bleiben wertstabil.

Für Verkäufer & Eigentümer

Käufer sind preissensibler geworden – setzen Sie auf eine realistische Preisfindung mit professioneller Immobilienbewertung. Berücksichtigen Sie die Neubau-Konkurrenz und bringen Sie Ihr Objekt vor der Vermarktung in Form (mehr dazu im Ratgeber Renovierung vor dem Verkauf). Die positive Strukturwandel-Stimmung begünstigt Verkäufe – die Nachfrage nach Häusern ist stabil, die Preise steigen in vielen Segmenten wieder.

Für Vermieter

Die Nachfrage nach Mietwohnungen ist hoch. Achten Sie auf zeitgemäße Ausstattung (schnelles Internet, ggf. teilmöbliert für Studierende und Projektmitarbeiter) und prüfen Sie Mietanpassungen bei Neuvermietung – marktgerecht und im Rahmen des Mietspiegels. Wer die Betreuung abgeben möchte: Unsere Hausverwaltung in Cottbus übernimmt von der Mieterauswahl bis zur Abrechnung.

Für Mieter

Früh anfangen: Durch Zuzug und viele Studierende ist der Wettbewerb um schöne Wohnungen groß. Auch das Umland lohnt einen Blick – mit Auto oder guter Bahnverbindung ist eine Wohnung in Spremberg oder Kolkwitz eine günstige Alternative. Neu in der Region? Kurze Zwischenmiete oder Wohnen auf Zeit helfen beim Ankommen.

Fazit

Cottbus erlebt einen Aufschwung mit steigenden Preisen und knapper werdendem Wohnraum, während das Umland noch relativer Käufer- und Mietermarkt ist. Diese Unterschiede machen eine lokal angepasste Strategie beim Kauf oder Verkauf entscheidend. Als Immobilienmakler in Cottbus und der Lausitz helfen wir, aus der Marktdynamik Ihr persönliches Vorteilspaket zu schnüren – für Eigentümer, Käufer, Vermieter und Mieter.

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