Strukturwandel in der Lausitz: Immobilienpreise im Wandel

Veröffentlichung:10. Okt. 2025
Große braune Tagebaumine mit riesiger, gelb-grauer Baggermaschine und Förderbändern.
Die Lausitz steht vor einem tiefgreifenden Strukturwandel: Der Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038 verändert die Wirtschaft der Region bereits jetzt spürbar. Milliarden an Fördergeldern fließen in neue Arbeitsplätze und Infrastruktur, um den Wegfall der Kohle-Industrie zu kompensieren. Diese Entwicklung beeinflusst auch den Immobilienmarkt deutlich. Während mancherorts Immobilienpreise bereits anziehen, kämpfen andere Lausitzer Städte mit Leerstand. Wie entwickeln sich also die Immobilienpreise in der Lausitz im Zuge des Strukturwandels? Und was beobachten Immobilienmakler in Cottbus, Görlitz und anderswo? Ein Überblick über aktuelle Trends, regionale Unterschiede und die wichtigsten Faktoren.
Investitionen und neue Jobs: Aufschwung in Cottbus und Umgebung
In den vergangenen fünf Jahren hat die Lausitz große Fortschritte gemacht – neue Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Infrastrukturprojekte sind entstanden. Laut dem Lausitz-Beauftragten Klaus Freytag wurden inzwischen sogar mehr neue Arbeitsplätze geschaffen, als durch den Kohleabbau weggefallen sind. Die brandenburgische Landesregierung spricht von einer „Erfolgsgeschichte“ des Strukturwandels. Allein für die Lausitz in Brandenburg stehen bis 2038 rund 10,3 Milliarden Euro an Bundesmitteln bereit, von denen schon 8,7 Milliarden verplant sind. Besonders Cottbus, die größte Stadt der Lausitz, profitiert von diesen Investitionen. In den kommenden Jahren fließen hier über 5 Milliarden Euro in verschiedene Projekte – vom geplanten Universitätsklinikum bis zum modernsten Bahnwerk Europas. Schätzungen zufolge entstehen allein in Cottbus rund 7.000 neue Arbeitsplätze durch den Strukturwandel. Diese Aussichten machen sich auf dem Immobilienmarkt bemerkbar: Immobilien in Cottbus sind gefragter denn je. Immobilienmakler in Cottbus berichten von steigender Nachfrage nach Wohnraum, sowohl bei Familien als auch Fachkräften, die wegen neuer Jobs in die Stadt ziehen. Experten erwarten einen weiteren Preisanstieg für Immobilien in der Lausitz-Metropole – angetrieben durch den prognostizierten Boom infolge des Strukturwandels. Tatsächlich sind die Kaufpreise in Cottbus bereits in den letzten Jahren gestiegen. Selbst in kleineren umliegenden Städten zeigen sich Dynamiken: In Forst (Lausitz) etwa legten die Wohnungspreise im vergangenen Jahr um gut +2,3 % zu und liegen aktuell bei rund 2.220 € pro m². Häuser in Forst verteuerten sich sogar um +5 % im Jahresvergleich. Diese moderate Preissteigerung deutet auf eine vorsichtige Belebung des Marktes hin, trotz nach wie vor niedriger Preisniveaus im Vergleich zu Großstädten. Auch andere Teile der Niederlausitz könnten vom Aufschwung erfasst werden. Die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße (rund um Städte wie Senftenberg, Schwarze Pumpe oder Spremberg) erhalten Strukturfördermittel und neue Infrastruktur. Zudem profitiert der Nordwesten der Lausitz vom Speckgürtel Berlin: So verzeichnet der Landkreis Dahme-Spreewald bereits Zuzug aus der Hauptstadtregion. Neue Verkehrsanbindungen und Gewerbeansiedlungen können diese Randgebiete attraktiver machen, was perspektivisch ebenfalls Immobilienpreise und Mieten beeinflussen dürfte. Ein Beispiel ist Senftenberg: Hier entstehen nicht nur Freizeitprojekte für Touristen, sondern es fand 2025 auch ein Wasserstoff-Forum statt, da mehrere Wasserstoff-Unternehmen in Brandenburgs Lausitz auf Wachstumskurs sind. Solche Entwicklungen strahlen positiv auf den lokalen Immobilienmarkt in der Lausitz aus – mehr Arbeitsplätze bedeuten langfristig mehr Nachfrage nach Wohnungen.
Herausforderungen in Sachsens Lausitz: Leerstand vs. Aufbruch
Während in Cottbus und Umgebung Aufbruchsstimmung herrscht, stehen andere Teile der Lausitz noch vor großen demografischen Herausforderungen. Besonders in der sächsischen Oberlausitz – dem ostsächsischen Teil der Lausitz um Görlitz, Bautzen, Hoyerswerda und Weißwasser – hat die Bevölkerung seit 1990 stark abgenommen. Viele junge Menschen wanderten auf der Suche nach Arbeit ab, was in den Städten und Dörfern zu massivem Wohnungsleerstand führte. „Verlassene ungenutzte Gebäude, egal ob Wohnhäuser, Industrieanlagen oder Produktionsstätten haben wir, vor allem im ländlichen Raum, wirklich genug“, konstatiert die Entwicklungsgesellschaft ENO im Landkreis Görlitz im November 2025. Allein in Hoyerswerda (Sachsen) stehen aktuell rund 750 Wohnungen leer – trotz der umfangreichen Abrissprogramme der vergangenen Jahre. Hier wurde der kommunale Wohnungsbestand seit 1990 drastisch verkleinert, um Leerstand abzubauen; ganze Plattenbau-Siedlungen verschwanden. „Die Lausitz verliert Einwohner, Wohnblocks leeren sich, die in Hochzeiten der Energiewirtschaft die vielen Mieter kaum fassen konnten“, beschrieb die Lausitzer Rundschau bereits 2007 treffend die Lage. Diese Entwicklung setzt sich fort: Prognosen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung sagen bis 2038 einen deutlichen Bevölkerungsrückgang im Lausitzer Revier voraus. Insbesondere ländliche Kreise wie Görlitz und Oberspreewald-Lausitz dürften weiter Einwohner verlieren, falls es nicht gelingt, ausreichend neue Perspektiven zu schaffen. Die Folgen für den Immobilienmarkt in der Oberlausitz sind zwiespältig. Auf der einen Seite bleiben Mieten und Kaufpreise in vielen Orten günstig – was für Käufer verlockend ist, aber auch die wirtschaftliche Schwäche widerspiegelt. Auf der anderen Seite gibt es punktuell zarte Aufwärtstendenzen. Immobilienmakler in Görlitz etwa beobachten seit neuestem ein wachsendes Interesse externer Investoren an den historischen Altbauten der Stadt. Tatsächlich zeigen aktuelle Zahlen, dass Häuser in Görlitz zuletzt deutlich teurer wurden: Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Einfamilienhäuser stieg innerhalb eines Jahres um etwa +9 % auf rund 2.040 €. Eigentumswohnungen in Görlitz kosten mit im Schnitt 1.100 € pro m² zwar nur einen Bruchteil der Preise in Dresden oder Berlin, doch auch hier stabilisieren sich die Werte nach Jahren des Preisverfalls allmählich. Für Käufer und Immobilienmakler in Görlitz bedeutet dies neue Chancen – das niedrige Preisniveau in der östlichsten Stadt Deutschlands könnte bei fortschreitendem Strukturwandel vermehrt Schnäppchenjäger und Zuzügler anziehen. In den kleineren umliegenden Orten allerdings überwiegt noch die Überangebot-Problematik: So meldet der Kreis Bautzen rund 13.000 leerstehende Wohnungen, während paradoxerweise an anderer Stelle etwa 1.200 Wohnungen (v.a. modernisierte, barrierearme Objekte) für den Bedarf fehlen. Die Aufgabe besteht also darin, den vorhandenen Wohnungsbestand an die Bedürfnisse anzupassen – etwa durch Sanierungen statt Neubau – und gleichzeitig mit neuen Jobs wieder mehr Menschen in die Region zu holen.
Strukturwandel als Chance für den Wohnungsmarkt
Ob Immobilienpreise in der Lausitz künftig steigen oder weiter stagnieren, hängt wesentlich vom Erfolg des Strukturwandels ab. „Der Erfolg des Strukturwandels in den Revieren wird maßgeblich bestimmen, ob die Regionen bis 2038 schrumpfen oder stabil bleiben“, heißt es in der Analyse des Bundesinstituts BBSR. Gelingt es, genügend attraktive Arbeitsplätze zu schaffen und die Lebensqualität zu erhöhen, könnte die Abwanderung gebremst oder sogar umgekehrt werden. Erste Anzeichen dafür gibt es: Cottbus etwa soll sich zu einer „Klimaschutz-Modellstadt“ mit modernen Forschungszentren entwickeln. Die Stadt investiert in bessere Verkehrssysteme – 2025 gingen neue Straßenbahnen in Betrieb – und in die Erweiterung der BTU Cottbus-Senftenberg, die junge Leute in der Region halten soll. Gleichzeitig entstehen im Lausitzer Revier Freizeitoasen: Aus ehemaligen Tagebauen werden Seen mit touristischer Infrastruktur (z.B. der entstehende Cottbuser Ostsee oder der Berzdorfer See bei Görlitz). Das Lausitzer Seenland entwickelt sich bereits jetzt zum Anziehungspunkt für Touristen und Wassersportler. Eine attraktivere Umgebung kann die Nachfrage nach Immobilien langfristig steigern – sei es für Zuzügler, Rückkehrer oder als Ferienimmobilien im Tourismussektor. Nicht zuletzt sorgen lokale Initiativen dafür, dass leerstehende Immobilien wieder genutzt werden. Im Kreis Görlitz startete 2025 eine Taskforce ein Projekt zum Leerstands-Management, um verlassene Wohnhäuser und Industriebrachen einer neuen Nutzung zuzuführen. Gemeinden setzen vermehrt auf Zwischennutzung und die Vermittlung alter Bausubstanz an sogenannte Raumpioniere – Menschen, die aufs Land ziehen und dort günstig Häuser sanieren möchten. Solche Projekte können helfen, Ortskerne wiederzubeleben und den Wert des Immobilienbestands zu sichern.
Ausblick
Für die Immobilienpreise in der Lausitz bedeutet all das: eine regionale Differenzierung. In prosperierenden Teilregionen wie Cottbus und Umgebung könnten Preise und Mieten in den kommenden Jahren moderat weiter steigen, sofern die angekündigten Großprojekte wie das Bahnwerk und die Uni-Klinik planmäßig realisiert werden und neue Bewohner anlocken. Hier wird Wohnraum zur begehrten Ressource – eine Herausforderung für Immobilienmakler in Cottbus, genügend Angebote für die Nachfrage zu finden. In eher strukturschwachen Städten wie Hoyerswerda, Weißwasser oder Forst hingegen bleibt Wohnraum vorerst im Überfluss vorhanden, was die Preise deckelt. Allerdings erhalten auch diese Orte durch den Strukturwandel Perspektiven – sei es durch Ansiedlung von Forschung (z.B. das Innovationszentrum Schwarzheide in Südbrandenburg) oder durch Förderprogramme für Stadtumbau und Unternehmensgründungen.
Fazit
Der Strukturwandel bringt der Lausitz nicht nur wirtschaftliche Veränderungen, sondern prägt auch den Wohnungsmarkt. Während einige Regionen einen Aufwärtstrend bei den Immobilienpreisen verzeichnen und optimistisch in die Zukunft blicken, müssen andere weiterhin gegen Leerstand und Bevölkerungsschwund ankämpfen. Fest steht: Die kommenden Jahre bleiben spannend. Gelingt der wirtschaftliche Umbau, könnte die Lausitz im Jahr 2038 nicht nur ein erfolgreicher Energiestandort, sondern auch ein attraktiver Wohnstandort sein – mit stabilen Einwohnerzahlen und lebendigen Städten. Davon würden letztlich alle Lausitzer profitieren, ob Mieter, Hauskäufer oder Immobilienmakler in der Lausitz. Die Weichen dafür werden jetzt gestellt.
Eine goldene Figur auf einer blauen Kuppel, umgeben von zwei Gebäudeteilen mit Verzierungen und dem Text "BEGONNEN MDCCCXXXIII".
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